Digital Food | 2009
C-Prints (digitale Skulptur), 10 x 12cm
Die Bezeichnung „Digital Food” (normalerweise für digitale Informationen aller Art) wird hier wörtlich genommen. Bezug nehmend auf das Vokabular konventioneller Lebensmittelfotografie wie auch der Stilllebenmalerei thematisieren diese Bilder die künstliche Veränderung der Natur. Was üblicherweise als Fehler betrachtet werden, vor allem die Intersektion der Geometrie dient hier als Strategie der Verfremdung. Die Manipulation der Umwelt schränkt Freiheit des Menschen auch ein, Kreation birgt ein Gefahrenpotential. Einzigartigkeit oder Pluralität (Klon)? Utopie oder Dystopie? Eine Veränderung der Form ist jedenfalls auch eine Veränderung des Inhalts.



Diagramme | 2009
Zeichnungen auf Kunstzeitschriften
Durch die lineare Verbindung bestimmter Worte werden Zusammenhänge geschaffen, die den Sinn des Ursprungsmaterials erweitern oder völlig andere Gedanken in den Text projizieren. Der Satz ist von dem Vorhandensein der Worte abhängig – Schreiben ist zum Teil fremdbestimmt.

Schneck | 2009
Wandobjekte, Gips, 35 x 50cm
Für eine ortsspezifische Intervention wurde ein Stilelement einer barocken Fassade nachgebildet. Der Prozess der Reproduktion wird formal sichtbar und erzeugt eine Variation des Symbols. Auf diese Weise stellen die Objekte die Funktion, Lesbarkeit und Veränderbarkeit kultureller Sybmole in Frage.

Küchenstücke | 2009
Fotomontage, 25 x 35cm
Alle Objekte wurden separat fotografiert und zu einem Stillleben montiert. Spiegelung, Wiederholung und die gängigsten Retouchierfehler der digitalen Bildbearbeitung (z.B. Stempelspuren, Unterschiede in Farbe und Tiefenschärfe) sind Mittel der Konstruktion und Dekonstruktion. Das Vertrauen in die wirklichkeitsgetreue Darstellung der Fotografie wird mit Ironie untergraben: Wirklichkeit wird geschaffen, nicht abgebildet.

Intention/Extension, Fig.3 | 2008
Installation, Mehl
Dieses begehbare Diagramm ist eine Skizze einer allgemeinen Struktur eines sprachlichen Ausdrucks. Es besteht ausschließlich aus Mehl, und ist daher offen für Veränderung und Zerstörung bei Besichtigung. Sprache zu fixieren ist nicht die einzige Funktion der Schrift.

Schule von Athen | 2007
Objekt, 10 x 15cm, Zeichnung auf Glas
Dieses Glasobjekt ist eine Studie zu Raffaello Santis Gemälde „Schule von Athen” (1512), in welchem der Künstler – im Geiste der italienischen Hochrenaissance – mit den malerischen Mitteln von Raumkonstruktion die Möglichkeiten von Analyse und Synthese aufzeigt. Dieses Bild wurde zunächst schematisch auf eine Glasplatte übertragen, welche anschließend in 12 Teile geschnitten wurde. Die Platten werden zu Stapeln variabler Maße angeordnet. Die Information wurde so von der Fläche auf ein Objekt übertragen,an welchem sie bricht und neue Bildräume entstehen lässt.

Hold The Line | 2007
Installation. MAK, Vienna
Die Installation „Hold The Line” ist eine analog-digitale Multikanal-Kommunikationsanlage. An den Enden handelsüblicher digitaler Audio-Kabel wurden Plastikbecher angebracht. Sie sind Eingabe- und Ausgabegerät und Schnittstelle zugleich. Ein Bechermikrofon ist an einem Mikrostativ angebracht; ein Mischpult ergänzt die Installation.

Biografie
2000-06 Studium der Philosophie an der Universität Wien
2001-04 Kommunikationsdesign an der Graphischen, Wien XIV, Diplom Juni 2004
2004-06 Universität für Angewandte Kunst, Malerei, Adolf Frohner
seit 2006 Universität für Angewandte Kunst, Transmediale Kunst, Brigitte Kowanz
2008/09 Erasmusstipendium an der VSUP Prag, Intermedia Art, Jiri David
2011 Diplom Transmediale Kunst mit Auszeichnung
seit 9/2011 Lenikus Stipendium
Kapital K | 2008
Experimental Type Design
A contribution to publication and exhibiton by Onomatopee, Einhoven, NL in 2008. This letter is the result of cutting several characters of different font families and pasting their parts together. The method questiones the reason of the shape in times of digital production (compared to ancient letterforms, derived from the caracteristics of the pen). In the digital process anything seems equally reasonable, doesn't it?

Ausstellungen & Beteiligungen
2004 | Albertina, Wien: Die Kohlhubersche Typenlehre
2004 | Kommunalkredit, Wien: Acryl auf Leinwand
2005 | Universität für angewandte Kunst Wien: Malstrom
2006 | MAK Wien, The Essence 06: Transport
2007 | MAK Wien, The Essence 07: Hold The Line
2008 | Intervention öffentlicher Raum Wien: Habichte
2008 | Intervention im öffentlichen Raum Wien: Hier entsteht eine St.Charles Apothecary
2009 | Galerie im Traklhaus, Salzburg: Ankäufe des Landes 2007–2009
2009 | Galerie Ve Sklepe, Prag, CZ: We will do it
2010 | Flatfair Ennsgasse 6, Wien: Schaust du noch oder gehst du schon
2010 | Gerisch Skulpturenpark, Neumünster: Videoromanzen 2
2010 | Galerie F43, Prag, CZ: Lorem Ipsum
2010 | Schloss Kittsee: Paramusikalisches Ensemble
2010 | Monat der Fotografie 2010, Offspace Spenglerei Wien XV: Kollateral
2011 | Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis Bregenz: Zur Zeit. Blossoms of A Multitude
2011 | Ausstellungszentrum Heiligenkreuzerhof, Wien: Diplomausstellung Transmediale Kunst
2011 | Bundesliga Art Challenge: Haus der Bundesliga, Wien XIII
2011 | Fluc, Wien: Kubatur des Kabinetts.
2011 | Künstlerhaus, Wien: Metamart – Kunst und Kapital
2011 | Künstlerhaus Wien Passagegalerie: In Passing 13
Publikationen
2008 | »Kapital K. A Classless Character«, Onomatopee (Hrsg.), Eindhoven (NL) 2008
2010 | »Eyes On« Katalog zum Monat der Fotografie, Wien 2010
2011 | »Blossoms of a Multitude«, Universität für angewandte Kunst Wien,
Transmediale Kunst/Brigitte Kowanz (Hrsg.), Wien 2011
2011 | »Bundesliga Artchallenge«, BLM Marketing & Event Gesellschaft
der österreichischen Fußballbundesliga mbH (Hrsg.), Wien 2011
Chicken | 2009
Automatisierte 3D Animation
Chicken ist eine Präzisions-Maschine, die das Verhalten eines blinden Huhns simuliert. Die Bewegungsmöglichkeiten des virtuellen Roboters sind festgelegt; jene, die er tatsächlich ausführt sind zufallsgesteuert. Wann immer er dabei einem Korn begegnet, pickt er es. Auch die Verteilung der Körner ist durch Zufall bestimmt (Noise-Funktion). Der Erfolg seiner Methode ist eine Frage der Zeit.

Für die Vögel. Lesen über Natur, Kunst und Bedeutung | 2010
Audioinstallation, Gerisch Skulpruenpark Neumünster
Fünf im Freien installierte Lautsprecher machen ein Sampling ausgewählter Texte aus Naturwissenschaft, Philosophie, Kunsttheorie und Gebrauchsliteratur hörbar. Die keramischen Lautsprechergehäuse sind weiß glasierte Kugeln, welche in grünen Polyamidnetzen an Kabeln von den Ästen hängend wie Vogelfutterknödel aussehen. Die Installation unter der Trauerbuche stellt unterschiedliche Thesen über Natur in räumlichen Bezug zueinander. Durch derartige Fragmentierung des Materials werden die Positionen der Autoren und die Grenzen ihrer Aussagen gezielt verwischt. Der Gesamtzusammenhang ist daher subjektiv und kontingent.


Ora et labora | 2010
Installation, Galerie F43, Prague
Galerie F43 hat einen ungewöhnlichen Standort: Ihre Adresse lautet Olšanske Hřbitovy (Olsany Friedhof), denn schließlich handelt es sich um eine Urnenbox. Die Worte Ora & Labora und das Datum der Vernissage wurden aus Staubzucker gestreut (ohne Verwendung eines Fixiermittels) und wurden nach der Ausstellungsdauer von einem Monat wieder entfernt.

Ferne Rohr | 2011
Audiomodulare Skulptur
Ausstellungszentrum Heiligenkreuzerhof, Wien
Die Idee zu der Arbeit Ferne Rohr entstand ausgehend von einem Zitat von Marcel Duchamp. Auf die Frage, worin der Unterschied zwischen Bildhauerei und Architektur besteht, soll er geantwortet haben: "Der Bildhauer muss sich nicht um die Verlegung der Abwasserrohre kümmern."
Ferne Rohr ist eine raumbezogene Skulptur, welche aus 45 individuellen Teilstücken besteht. Diese wurden, bezugnehmend auf industriell hergestellte Kunststoff-Bauteile, von Hand aus Steingut angefertigt. In loser Steckverbindung bilden sie einen zusammenhängenden Corpus und/ oder einige Fragmente grundsätzlich variabler Dimension, die sich parasitär in die barocke Umgebung des Heiligenkreuzerhofs integrieren. Das teilweise stehende, meist aber am Boden liegende Rohr schließt an die Wände an, als würde es sich durch das Gebäude fortzusetzen. Aus seinem Inneren ertönen systemimmanente Soundfragmente, welche den Raum durchwandern. Die Immaterialität des Geräuschs steht der dauerhaften Anwesenheit des Körpers gegenüber. Die Skulptur besetzt die Schwelle zwischen Objekt und Installation, um räumliche Gegebenheiten und konventionelle Formen zu reinterpretieren und ist eine ironische, reziproke Realisierung der Aussage Duchamps.








Double Negation | 2010
Großformatfotografie und digitale Montage
Kollateral – zehn Positionen bildender Kunst
Monat der Fotografie 2010, Offspace Spenglerei Wien XV
Eine Fotografie dokumentiert den Zustand des Ausstellungsraums zu einem Zeitpunkt als er noch als Atelier genutzt wurde. Im Raum befindet sich eine Menge Arbeitsmaterial und Werkzeug, einige verpackte Kunstwerke sowie zwei weiße Flächen mit schwarzem Rahmen und diagonalem Balken, deren Dasein räselhaft ist. Es handelt sich um digital ins Bild montierte Bilder bzw. Objekte, die ein Zugangsverbot oder eine Verweigerung symbolisieren. Das auf seine bloße Möglichkeit reduzierte Bild im Bild negiert sich selbst. Letztlich ist die Überzeugungskraft von Fotografien ausreichend um zu beweisen was unbeweisbar ist: Um nie Dagewesenes glaubhaft zu dokumentieren. So greifen Bilder in die Wirklichkeit ein.


2000 Customers | 2010
Installation. In Zusammenarbeit mit Konrad Strutz
Kollateral – zehn Positionen bildender Kunst
Monat der Fotografie 2010, Offspace Spenglerei Wien XV
Im Eingangsbereich der Büroräume der ehemaligen Spenglerei befindet sich eine Portiersloge zur Trennung von Kundenverkehr und Verwaltungsbereich. Der Portier fungierte als Kontrollorgan und Vermittler. Durch die Auflösung der Büroräumlichkeiten wurde dieses Einrichtungselement zu einem funktionslosen Relikt: Die ehemalige Trennwand steht frei im Raum, ist "umgänglich" geworden. Wir haben, ohne erneut eine räumliche Trennung aufzubauen, die Portiersloge wieder instand gesetzt, indem die Aufgabe des Portiers auf bloßes Zählen reduziert und durch Elektronik automatisiert wurde. Der zugehörige Zählapparat befindet sich im Portiersfenster, dem gegenüber ein Spiegel angebracht ist. Eine Lichtschranke löst beim Betreten des Raums ein Signal aus, welches das Zählwerk veranlasst, den Zählstand, beginnend bei 1999, um 1 zu reduzieren – der Zähler geht von einer bestimmten Erwartung aus. Da die Rückseite der Loge nun frei zugänglich ist, können Besucher den Platz hinter dem Fenster einnehmen, den Vorgang an anderen Besuchern beobachten und sich selbst dabei im Spiegel sehen.




Sanitärinstallation | 2011
Audiomodulare Skulptur
Zur Zeit. Blossoms of a Multitude.
Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis Bregenz
>Künstlerhaus Bregenz





Seitenwechsel | 2011
Skulptur, 210 x 140 x 8 cm
Haus der Bundesliga, Wien XIII
Ein Leuchtkasten ähnlich einer Spielstandanzeige ist quer zur Fassade installiert, sodass er vom Gehsteig aus sichtbar ist. Da es sich um eine gestanzte und beleuchtete Platte (nicht um eine funktionierende LED-Anzeigetafel) handelt, wird dauerhaft dasselbe Ergebnis angezeigt. Aus einer Richtung kommend liest man den Spielstand 1:0, aus der anderen 0:1. Das Ergebnis ist ein komplementärer Zustand, sowohl Sieg als auch Niederlage, abhängig von der Perspektive der Betrachter. Wie in jedem Spiel ein 1:0 für die eigene Mannschaft ein 0:1 für die andere ist und umgekehrt.


Private Terms, General Conditions
In Passing 13 | Künstlerhaus Passagegalerie
Kuratiert von Ursula Maria Probst
Mit "Private Terms, General Conditions" wird die Passagegalerie zur Schnittstelle zwischen Institution und öffentlichem Raum, wo ein künstlerischer Ausdruck – stellvertretend für jegliche individuelle Ausdrucksmöglichkeit – hinsichtlich seiner Mitteilbarkeit hinterfragt wird.
Der für die Längswand der Passagegalerie konzipierte, 6 Meter lange Schriftzug besteht aus 16 Zeichen, welche anhand digitaler Daten aus Karton geschnitten wurden. Der für diese Installation entwickelte Font heißt „Bastards“ und ist ein Experiment zur Lesbarkeit visueller Codes. Er ist eine Mischform von Bild und Text – eine Art Geheimschrift. Seine Charaktere sind Verschmelzungen zweier oder mehrerer Zeichen des lateinischen Alphabets, mithin Zwischenwesen, die nur als Schriftbild existieren, ohne über ein korrelierendes Phonem zu verfügen. Eine Privatschrift, die entwickelt wurde, um sich mit sprachlichen Mitteln einer Stille zu nähern.




Rückblick
Open Studio Day, 25.02.2012
in den Lenikus-Ateliers Bauernmarkt 9



